Stüdlgrat Winterbegehung (Versuch)

19.03.2018 22:42

"Eine tolle Tour - leider sind wir dank Schneesturm nicht rauf gekommen, aber eine tolle Tour - Wir kommen wieder!!!"

Es war eine Hammer-Skitourenwoche in Tirol mit viel Pulver und gutem Wetter. Wir waren viel in der Höhe und Top-Akklimatisiert, also wieso nicht noch eine Winterbegehung auf den Großglockner über den Stüdlgrat als krönenden Schluss anhängen. Wir sind schon ein paar mal den Normalweg gegangen und generell hatten wir schon lange die Idee, den Glockner über eine Route mit den Skiern im Winter zu besteigen. Eigentlich steht das Wandern (Hatschen) bei uns nicht groß im Kurs – sondern ist eigentlich immer nur Mittel zum Zweck. Da ist eine Ski-Kletter-Variante doch viel eleganter.

Gesagt getan und wir stiegen mit unseren relativ schweren Rucksäcken auf zum Winterraum der Stüdlhütte. In der Hütte trafen wir eine weitere Seilschaft, wodurch der kalte Abend in der Hütte etwas lustiger wurde. Wir konnten uns auch gegenseitig beim Kochen, Wasserschmelzen und Feuer machen unterstützen. Um 6 Uhr in der Früh starteten wir von der Hütte mit den Skiern. Etwas spät, dachte ich – denn es wurde auch schon dämmrig. Wir erreichten den Stüdlgrat nach ca. 1h und stiegen dann mit den Skiern am Rücken und den Steigeisen auf den Skischuhen in den Grat ein. Am Anfang lief es relativ gut, doch dann hatten wir einen Verhauer, der uns etwas Zeit kostete, da ich auch ein paar Sicherungen anbringen musste und das war in dem Gelände leider nicht so leicht. Das Wetter war gut, jedoch konnte man schon erste Schlieren am Himmel erkennen. Am Nachmittag sollte es, laut Wetterbericht zunehmend schlechter werden. Obwohl wir frohen Mutes waren, kamen wir erst nach 4,5h am Frühstücksplatzerl an und dort beginnen die schweren Kletterpassagen im 3 Grad. Das horcht sich jetzt nicht viel an, aber mit Skiern, schwerem Rucksack und Steigeisen auf den Skischuhen, ist man in diesen Passagen einfach langsamer. Vor uns lagen noch 250 Klettermeter und sogar das Gipfelkreuz konnte man sehen. Leider begann das Wetter schon umzuschlagen und wir entschieden aufgrund unseres langsamen Tempos den Rückzug. Die Entscheidung viel uns nicht leicht, da auch das Abseilen in dem Gelände relativ schwierig ist. Nach einer halben Stunde waren wir froh, über die gute Entscheidung. Das Wetter hatte komplett umgeschlagen und wir befanden uns in einem Schneesturm. Mit vereisten Gesichtern und kalten Händen seilten wir in dem schwierigen Gelände ab. Gerade jetzt wären Fehler und Panik am falschen Platz gewesen. Nur korrektes und instinktives Rückzugsverhalten konnte uns aus dem schwierigen Grad bringen. Am Boden angekommen waren wir froh und schnallten die Skier an, die uns in 15 Minuten in die Hütte brachten, wo wir uns aufwärmen konnten. Auch ohne Gipfel war es eine tolle und abenteuerliche Tour. Wir kommen wieder und beim nächsten mal klappt es - das Wetter muss passen und wir müssen noch ein bisl mehr Gas geben!

 

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