Glocknerwand & Stüdlgrat

29.07.2018 03:32

"Wiedermal am Dach von Österreich"

Glocknerwand - Im Hintergrund der Großglockner

 

Der letzte Teil unserer Ostalpenrunde mit Tauern, Lienzer, Nockberge verschlug uns auf den Großglockner. Den Normalweg* hatten wir schon dreimal gemacht. Dieses mal sollte es ein neuer Anstieg sein und warum sich nicht große Ziele stecken: Glocknerwandüberschreitung und NW-Grad auf den Großglockner, 12h Tour im 3,4 Grad mit 10 mal Abseilen oder Abklettern. Naja, man kanns ja mal planen - es kam dann eh etwas anders.

 

*Definition Normalweg: Normalwege oder Normalrouten sind die am häufigsten begangenen An- und Abstiege auf einen Berggipfel. Normalwege sind üblicherweise, aber nicht immer, verglichen mit den anderen möglichen Wegen zum bzw. vom Gipfel einfacher und leichter."

 

Beim Aufstieg zur Stüdlhütte trafen wir zufällig Freunde von der AV Sektion Edelweiss, worauf wir einen lustigen Abend auf der Stüdlhütte mit dem einen oder anderen Bier hatten. Am nächsten Morgen schon das erste Erlebnis. Der Wecker hatte nicht um 5 Uhr geklingelt und wir waren 1h zu spät dran. Wir nahmen es sehr gelassen mit einem Grinser und sagten, dann müssma halt Gas geben bei unserer Überschreitung. Nach kurzem Frühstück in der bereits leeren Stüdlhütte,, gingen wir bei Tageslicht los. Zumindest spart man so Batterie bei den Stirnlampen. Am Stüdlgrateinstieg vorbei ging es über den Gletscher. Nach einer kurzen Spaltenzone kommt man zum Einstiegsgrat der Glocknerwand. Kombiniertes Gelände mit Schnee und Eis. Den Anfang gingen wir einzeln, da kaum Sicherungen gelegt werden konnten. Dann ging es in den 3 Grat und wir gingen am laufenden Seil. Der Grad war leider nicht schneefrei und wir mussten vorsichtig steigen. An der Hoffmannnspitze  3.721m angekommen sahen wir das ganze Außmass der Tour und der Großglocknergipfel kam mir sehr weit entfernt vor. Wahrscheinlich hätten wir die Tour technisch und konditionell schaffen können, jedoch siegte leider mein Bauchgefühl und wir entschieden uns für den Rückweg. Dieser war im 3 Grad bergab auch nicht besonders leicht. Nach 1,5h waren wir zurück am Gletscher und mussten noch eine große Spalte mit Fixpunktsicherung überwinden.

Glocknerwand und Stüdlgrat

 

Es war 13 Uhr und wir standen vor dem leeren Großglockner. Alle Seilschaften waren schon am Heimweg zum Parkplatz. So alleine konnten wir ihn einfach nicht stehen lassen, so stiegen wir um 14 Uhr in den Stüdlgrat ein. Mittlerweile hatten wir  über 1000Hm in den Beinen und im oberen Teil des Grates mussten wir schon etwas schnaufen. Umso glücklicher war der Moment als wir endlich nach 4h und 1600Hm das goldene Gipfelkreuz des Großglockners 3.798m vor uns sahen. Noch ein paar Meter und wir waren am zweiten Gipfel des Tages. Was für ein Erlebnis wenn man alleine am Gipfel sitzt, wo sich heute schon hunderte von Bergsteigern getummelt hatten. Lange konnten wir nicht verweilen, da wir um 19 Uhr zum Abendessen auf der Adlersruhe gebucht hatten, also schnell den Normalweg runterklettern und mit müden Beinen zur Hütte. Ein langer Tag ging zu Ende. Die Überschreitung bleibt leider noch offen, aber man braucht ja noch Ziele für die Zukunft.

Stüdlgrat

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