Bergsteigen in den Anden

19.08.2018 23:54

„Stabiles Wetter und viele technische 6000er – Hier gäbe es noch viel zu erklimmen.“

 

 

Nach unserem ersten Höhenbergsteigen in Ecuador, wagten wir heuer einen weiteren Versuch in den Anden. Unser Ziel war wiedermal die 6000m Marke mit einem Gipfel zu knacken. Die Cordillera Blanca liegt in Peru und ist sehr wetterstabil von Mai bis Mitte August. Der Ausgangsort für sämtliche Touren ist die Stadt Huaraz, welche auf die Bedürfnisse von Wanderern und Bergsteigern mit vielen Agenturen, Materialverleihs, Hostels und Lokalen ausgelegt ist - quasi ein „Tonsai“ für Bergsteiger. In diesem Zusammenhang möchte ich die Agentur „Shelektrek“ äußerst empfehlen, eine Bergsportagentur mit günstiger Zimmervermietung in sehr familiärem Umfeld. Pablo der Chef, ist ein spanischer Bergfex und hilft mit ehrlichem Rat, was die Bedingungen am Berg angeht, bzw. bei der Vermittlung von Esel, Trägern oder Guides anbelangt. Er hat uns auch oft mit Infos geholfen, obwohl wir einen Großteil der Berge ohne gebuchtem Guide gemacht haben. Die Akklimatisation beginnt man meist mit einem Trekking - nicht gerade unsere Leidenschaft (in der Gegend herumzuhatschen) -, aber eine praktische Möglichkeit von Huaraz (3090m) aus ein paar Nächte in der Höhe zu verbringen. In unserem Fall konnten wir bei unserem Trek in der Cordillera Huayhuash sogar einen Gipfel machen (Diablo Mudo 5.350m). Wir hatten bei dieser Tour mehrere Esel und einen Wege-Guide dabei, die Überschreitung des Gipfels war zwar schon in Schnee und Eis, aber technisch nicht besonders schwer. Danach folgten zwei wunderschöne 5000er, die wir alleine bewältigten: Vallunaraju (2 Tage) und Nevado Pisco (3 Tage). Hier möchte ich vor allem das Refugio Peru (4.650m) auf dem Nevado Pisco (5.780m) erwähnen, welches absoluten Alpen-Standard hat. Eine solche Hütte ist in den Anden sehr selten und im Prinzip werden alle hohen Berge mit Biwaks gemacht, da es keine Hüttenstruktur gibt. Die 360 Grad Aussicht vom Nev. Pisco auf all die namhaften 6000er Gipfel mit ihren riesigen Gletschern ist bei schönem Wetter auf jeden Fall ein Muss!

Nach zwei Wochen und drei 5000er Gipfelerfolgen informierten wir uns bei Pablo über die aktuellen Bedingungen der 6000er. Es hatte vor zwei Wochen sehr viel geschneit und so gab es kaum Expeditionen, von denen er hätte Informationen für uns bekommen, wie denn die Bedingungen am Berg sind. Nach vielen Nächten im Zelt und in der Höhe, waren wir schon etwas bergmüde, dennoch wollten wir unser Ziel einen 6000er zu besteigen versuchen. Die Wahl viel auf den Nevado Copa (6.188m), für den man zwei Biwaks einplanen musste. Damit wir mehr Chancen für unseren Gipfeltag mit 1000 Höhenmeter hatten, organisierte uns Pablo noch einen Träger, welcher in den Biwaks mithilft, aber nicht mit auf den Gipfel geht. Es ist immer gut, eine Person als Sicherheit dabei zu haben, es kann ja auch mal etwas schief gehen und man befindete sich bei den meisten Bergen in ziemlicher Abgeschiedenheit. Die beiden ersten Tage verliefen super. Wir hatten den ganzen Tag Sonne und biwakierten auf 4600m und dann auf 5200m auf einem Steinwall vor dem Gletscher. In der Nacht ging relativ viel Wind, aber als wir um 2 Uhr Richtung Gipfel starteten, war die Nacht klar und wir hatten keine Bedenken. Wir hatten am Vortag einen ersten Teil der Spur gelegt und mussten in der Nacht den weiteren Aufstieg mit GPS navigieren. Der Gletscher war lang und hatte viele Spalten. Um 6 Uhr früh erwarteten wir die Sonne, jedoch riss der Nebel nicht auf, sondern wurde immer dichter und entwickelte sich zu einem kleinen Schneesturm. Als ob das nicht genug wäre, steckten wir 400 Höhenmeter unter dem Gipfel in einem 35 Grad Hang, der tiefverschneit war. Wir wühlten uns 100 Höhenmeter den lawinengefährdeten Hang nach oben und benötigten dafür eine Stunde. In diesem Tempo brauchen wir noch 3-4h zum Gipfel. Das Wetter wurde nicht besser und unsere Finger und Zehen immer kälter, also mussten wir eine Entscheidung fällen und auf 5.850m umdrehen. Wir gingen zurück zum Biwak 2, und stiegen mit dem Zelt zum Biwak 1 ab, wo wir im Regen das Zelt aufstellten und die Nacht verbrachten. Zu unserem Ärger war der nächste Tag wieder relativ schön, aber unsere Motivation war verbraucht und unsere Vorräte auch. Leider ist es der 6000er auch diesmal nicht geworden, aber wir kehren gesund nach Hause mit wunderschönen Erlebnissen und Bildern, die einem niemand mehr nehmen kann. 

 

BERG     TOUR ZUSATZ
Diablo Mudo 5.350m
Trekkingtour in der Cordillera Huayhuash
Eseltrekking mit Wege-Guide
Vallunarajo 5.687m
Leichte Hochtour mit Biwak auf 4900m Ohne Guide
Nevado Pisco 5.780m

Hochtour mit ein paar steilen Stellen.

Refugio Peru 4.650m & Biwak 1 auf 4920m

Ohne Guide

Nevado Copa 6.188m

(Versuch bis 5.850m gekommen)

Anspruchsvolle Hochtour vorallem ohne Spur, einige Spalten und eine 38 Grad Wand mit viel Schnee.

Biwak 1 auf 4.600m & Biwak 2 auf 5.200m

Mit Esel bis Biwak1 und einem Träger in Biwak2

Bergsportagentur und günstige Zimmervermietung - sehr zum Empfehlen:

www.shelektrek.com

 

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Danke an Lava Vitae - wir haben uns förmlich mit VITA ENERGY um 2 Uhr in der früh aus dem Zelt richtung Gipfel geboostet. Ein super Naturprodukt  mit der Wirkung von Rohkaffe & Guarana für alle Formen von Belastung, wo eine schnelle Aktivierung hilfreich ist - Sport, Uniprüfungen, Büro!!!

 

 

MANCORA KITE CLUB:

Nach unseren Abenteuern in den Bergen gings noch ab auf die Küsten von Mancora zum Kitekurs. Obwohl ich seit 15 Jahre Windsurfe und immer wieder mal einen Kiteversuch unternommen habe, hatte ich es nie gelernt. Danke an die Crew vom Kiteclub Samana Chackra. Nach zwei Tagen Meerwasser-Trinken stand ich am Brett und es ging ab.      Hang Lose

Mancora Kite Club...

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