Winterüberschreitung Hochalmspitze

10.02.2017 20:03

Endlich ein Winter mit Schnee und guter Wettervorhersage. Das erste Wochenende waren Karin und ich als Skitourenguides für den Alpenverein in den Niederen Tauern aktiv. Von der Edelrautehütte konnten wir mit unseren 5 motivierten Teilnehmern/innen die Große Rübe (2.115m) und den Großen Bösenstein (2.448m) mit den Skiern besteigen. Neben coolen Powderabfahrten gab es auch LVS-Schulung, Lawinenkunde und zwei lustige Hüttenabende. Die restlichen Tage waren wir zu zweit in den Hohen Tauern unterwegs und sind dann schlussendlich auf gute 5000Hm gekommen. Da wir ja keine reinen Ausdauer-Viecher sind, war es für uns auf jeden Fall ein gutes Training.

 

HOCHALMSPITZE-WINTERÜBERSCHREITUNG:

ECKDATEN:    

Tour:

Mallnitz – Gießener Hütte - Steinerne Mandl – Osnabrücker Hütte - Maltatal

Dauer: 3 Tage
Gesamtlänge: ca. 50km
Höhenmeter:

2.800Hm Aufstieg – 3.200Hm Abstieg/Abfahrt

   

TAG 1:

Nach dem gelungenen Wochenende auf der Edelrautehütte fuhren wir nach Mallnitz, wo wir unsere Überschreitung starteten. Karin kannte das Gebiet vom Sommer. Eine Winterüberschreitung über Hochalmspitze, Hochalmkeesgletscher und Ankogel erschien uns als interessante Herausforderung. Am ersten Tag stiegen wir über das Dösental und die Mallnitzerscharte zur Gießener Hütte auf. Leider konnten wir in dem Blockgelände aufgrund mangelnden Schnees von der Scharte nicht zur Hütte abfahren. So kamen wir nach 10h, 1400Hm und 12,7km mit Stirnlampen beim Winterraum der Hütte an. Immer eine Freude, wenn dieser auch wirklich offen ist und wir einen Ofen mit Holz vorfinden.

TAG 2:

Am nächsten Tag waren die Beine müde und wir hatten einen Aufstieg von ca. 1000Hm vor uns. Langsam ging es in schönster Bergkulisse den Hang hinauf Richtung Steinerne Mandl. Der Schlusshang war stark durchfeuchtet und über 40 Grad steil. Dadurch mussten wir die letzten 50Hm im hüfttiefen Firnhang abschnallen. Von dort galt es dann noch mit Steigeisen und Seilsicherung die letzte Felsstufe über den Rudolfstädter Steig (Klettersteig mit Stahlseil) ca. 200Hm zu den Steinernen Mandln hinauf zu klettern. Teilweise war das Stahlseil stark überwechtet und wir mussten mobile Sicherungen legen. Die schweren Rucksäcke mit Skiern machten das Klettern auch nicht gerade leichter. Endlich stiegen wir bei den imposanten Steinernen Mandln (3.125m) aus und konnten den Ausblick über den Wolken genießen. Anschließend mussten wir das Hochalmkees (Gletscher) queren. Die Gletscherspalten waren gut geschlossen, so konnten wir am Seil mit den Skiern sehr leicht abfahren. Die letzte Schlüsselstelle im Abstieg war die Preimlscharte. Eine kurze Steilwand mit integriertem Klettersteig, der aber teilweise ebenfalls mit Schnee zugedeckt war. Wir konnten auch diese Stelle relativ sicher lösen, indem wir mit unserem (mittlerweile vereisten) Seil dreimal abseilten. Im letzten Tageslicht konnten wir 1000Hm im feinsten Powder zur Osnabrücker Hütte abfahren. Auch dieser Tag hatte es mit 9h, 11km und 1000Hm in sich. Wie ich schon sagte: Immer wieder gut, wenn der Winterraum offen ist und wir einen Ofen mit Holz vorfinden.

TAG 3:

Wir starteten um 8 Uhr von der Hütte Richtung Kleinelendscharte und unser Ziel wäre die Überschreitung des Ankogels gewesen, um so wieder zurück nach Mallnitz zu kommen. Leider mussten wir feststellen, dass die erste große Steilstufe bei den aktuellen Verhältnissen nur mit viel Risiko zu überwinden gewesen wäre. Wir fanden einen Steilhang mit über 45 Grad, teilweise Eis, über uns starke Verwechtungen und unter uns einen Abhang vor. Für uns ein eindeutiger STOP!  Wir drehten um und fuhren bzw. stapften über den Kölnbrein-Stausee ab. Bei der Staumauer angekommen fuhren wir die Straße bis ins Maltatal ab, wo unsere Tour nach 7h endete. Mit den Öffis kamen wir schnell wieder zurück zum Auto ins Nachbartal. Insgesamt eine gelungene Überschreitung mit super Wetter und tollen Impressionen. Die Hochalmspitze und den Ankogel mussten wir leider aus Zeitgründen und aufgrund der Bedingungen auslassen, aber es war trotzdem ein tolles Erlebnis. Wir haben  drei Tage lang keine Menschenseele gesehen, ganz nach dem Motto: "Wenn du etwas über dich erfahren willst, gehe dorthin wo niemand ist!"

 

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