SILICON VALLEY - AUFBRUCH IN DAS NEUE ZEITALTER UND KEINEN INTERESSIERT´s

12.03.2015 12:46

SILICON VALLEY - AUFBRUCH IN DAS NEUE ZEITALTER UND KEINEN INTERESSIERT´s

 

„In  den nächsten Jahren werden Milliarden mehr Menschen online sein…was sie kaufen, was sie erfinden wird die Welt verändern… In zehn Jahren werden 40% der heute 500 größten Unternehmen der Welt keine Rolle mehr spielen!“ PETER DIAMANDIS (GF der Singularity University, Arzt und Raketeningenieur)

 

Es vollzieht sich hinter den politisch-oberflächlichen, wirtschaftlich-oberflächlichen und gesellschaftlich-oberflächlichen Kulissen ein grundsätzlicher Wandel und keiner weiß, ob zum Besseren oder zum Schlechteren. Dieses Urteil hängt natürlich davon ab, aus welcher Gesellschaftsschicht man kommt, denn für die Mehrheit der Menschen auf diesem Planeten kann es sich ja schließlich nur verbessern. Was die Industrialisierung rund um das 19 Jahrhundert  oder die Epoche des Wallstreet-Kapitalismus mit Macht- und Ressourcenverhältnissen für sich beanspruchte, vollzieht sich gerade in einem kleinen Ort von Amerika, namens Silicon Valley. Junge 25-jährige Burschen gründen neue Firmen und erschließen neue Wirtschafts- und Marktmodelle (Die Welt der Bytes), welche innerhalb von wenigen Jahren einen Marktwert in Milliardenhöhe erreichen.  Brauchte ein Konzern wie Coca-Cola (Gründung 1886) oder Mc Donalds (Gründung 1940) mehr als ein halbes Jahrhundert um ihren Marktwert, Einfluss und Monopolstellung zu behaupten, schaffen dies die neuen digitalen Firmen in 5-10 Jahren.

Die digitale-vernetzte Welt kennt kein Lineares Wachstum – alles wächst exponentiell. Ein Rechenprozessor aus dem Jahr 2014 besitzt mittlerweile 32 Millionen Mal mehr Rechenleistung als der erste Intel-Chip aus dem Jahr 1971. Die neue Alternativ-Hippie-Kapitalisten mit Namen wie Mark Zuckerberg, Travis Kalanick, Sergey Brin, Tim Cook verzichten auf den Business-Anzug – dieser vermittelt nur herausgeputztes Vertreter-Outfit und dient dazu, die eigenen Schwächen zu überdecken - da trifft man die neuen Milliadäre schon eher im T-Shirt, Kratzpulli oder Turnschuhen an.

 Ähnlich der Erfindung der ersten Automobil-Maschinen (vorher gab es nur Pferde) gibt es für die neuen digitalen Konzepte keine Gesetzte, Regeln und meistens auch kein Bewusstsein (siehe Datenschutz). Die Politik ist auf Erhaltung der alten Strukturen bedacht und kommt mit der exponentiellen Geschwindigkeit dieser neuen digitalen Welt nicht mit. Das Netz ist global, schnell, lernfähig und die Systematik unserer Politik ist das genaue Gegenteil: lokal, langsam, unbelehrbar auf Stimmenfang – was die Menschen nicht verstehen können, ist politisch nicht relevant und somit auch kein Wahlthema. 

Der Bericht im Spiegel beschreibt (und urteilt nicht) diese neue Entwicklung und gibt somit eine Fülle an Denkanstößen.  Computer, Smartphones, Facebook, Whats App, das Alles ist für Erwachsene, Pensionisten und leider auch Kinder zum täglichen Alltag geworden. Sich damit in Bezug auf wirtschaftliche, politische, gesellschaftliche und Klima-nachhaltige Aspekte nicht auseinanderzusetzten zu wollen, scheint ein Rätsel der heutigen Unmächtigkeit des Subjekts zu sein.

ALEXANDER GABRIEL

 

 

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QUELLE: DER SPIEGEL 10/2015 – Thomas Schulz

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