Drei Zinnen - Trilogie geschafft!

13.08.2017 14:04

„Atemberaubend und wunderschön – Ein Platz wo Klettergeschichte geschrieben wurde!“

Ein lang gehegter Traum geht in Erfüllung. 2015 konnten wir zum ersten Mal im Winter bei einer Skitour einen Blick auf die drei Zinnen werfen und waren gebannt von der atemberaubenden Kulisse der fast 500m freistehenden Zinnen. Normalerweise werden wir zuhause gefragt: „Wo seid ihr denn gewesen?“ und nach einer kurzen Erklärung von uns (z.B. „Normalweg Schwarzhorn“) folgt dann ein „Aha?“ mit Fragezeichen. Bei den Zinnen ist die Reaktion scheinbar anders, immerhin sind sie Unesco Weltkulturerbe, was man auch an den hohen Besucherzahlen der Passstraße  sieht. Ein Glück, dass diese Besucher ihre Fotos meist vom Fußweg aus machen und die Zahl der Zinnen-Begeher eher überschaubar ist. 

Die ersten 3 Nächte wohnten wir in der Drei-Zinnen-Hütte, welche einen wunderschönen Blick auf die Zinnen bietet und auch die Wirtsleute waren unheimlich gastfreundlich. Man erreicht die Einstiege der Normalwege (Südseite der Zinnen) in ca. 1h. Die erste Begehung auf die westliche Zinne mussten wir aufgrund von dichtem Nebel abbrechen. Aber der Wettergott  war uns gut gesonnen und in den darauffolgenden vier Tagen konnten wir alle drei Zinnen über die Normalwege klettern. Auf der Grossen Zinne war am meisten Verkehr. Vor allem einige Bergführer-Seilschaften mit Gast stiegen gegen 8 Uhr in die Wand ein. Meine Empfehlung ist die Bergführer ziehen zu lassen und überhaupt eine Stunde später zu starten, dann klettert man eigentlich bis zum Gipfelkreuz komplett alleine und trifft die Seilschaften erst während des Abseilens wieder. Die Normalwege auf die drei Zinnen sind klettertechnisch nicht besonders schwer und der Fels ist kompakt (außer auf der westlichen Zinne). Sie verlangen eine sehr gute Orientierung und ein gutes Seilhandling (Laufendes Seil, Vorstieg, Abseilen), sonst wird die Tour gleich mal um 1-2h länger. In der Regel hat man aber an einem schönen Tag keinen Stress und im Sommer ist es lange hell. Für die große und westliche Zinne braucht man in der Regel keine Kletterschuhe (3 bis unterer 4 Grad). Die für mich schönste Tour war die Klettertour auf die kleine Zinne im oberen 4 Grad, wo ich zumindest kurz im Zsigmondy Kamin meine Kletterschuhe ausgepackt habe. Eine Traumtour mit weniger Orientierung, dafür mehr Klettern und auch das Abseilen ging direkter und einfacher.

Zum Gewöhnen an das Dolomitenklettern ist das Gebiet Cinque Torri (Nähe Cortina d‘Ampezzo) sehr zum Empfehlen: 100-200m Touren mit lauter freistehenden Spitzen in toller Bergkulisse. Die Hütte ist nur 15 Minuten entfernt und man kann mit dem Auto bis nach oben fahren. Generell kann man in den Dolomiten (im Vergleich zu NÖ) einen Klettergrad dazurechnen bzw. muss man mit weiten, schlechten bzw. nicht vorhandenen Absicherungen (Mobiles Klettern) zurechtkommen - auch ein Grund, warum sich das Groß der Kletterer eher in Arco tummelt, als in den drei Zinnen.

2.999m  Große Zinne (Normalweg, 450m, +3)  Sextner Dolomiten

2.973m  Westliche Zinne (Normalweg, 600m, +3) Sextner Dolomiten

2.857m  Kleine Zinne  (Normalweg, 430m, +4, 13 SL) Sextner Dolomiten

2.744m  Paternkofel (Klettersteig) Sextner Dolomiten

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