Dent du Geant - Der Zahn vom Mont Blanc

13.08.2017 14:55

(3-5 Grad Fels, tw. Mobil und mit Fixseil, 200m, 10h Tour)

 

„Auge um Auge, Zahn um Zahn, der Dent du Geant fordert sein Opfer“

Eigentlich wollte ich den berühmten Zahn „Dent du Geant“ im Mont Blanc-Gebirge klettern, jedoch kam mir mein eigener Zahn in die Quere. Da wir noch im Sarchetal waren, fuhren wir mit meinen Zahnschmerzen nach Steinach am Brenner und prompt gab es eine Wurzelbehandlung mit 4 Tage Sportverbot. Der restliche Tag verlief mit Ärger, Tränen und vielen Fragezeichen, da wir eigentlich schon in den Startlöchern zum Mont Blanc standen. Wir waren perfekt akklimatisiert, hatten auf allen Hütten einen Fixplatz und das Wetter war für 4 Tage einfach nur perfekt. Naja, man soll im Leben nie zu viele Pläne machen. Nach einer intensiven Sammelphase hatten wir schon eine Idee, wie wir die vier Ruhetage überbrücken konnten. Das berühmte Dolomiten-Klettergebiet Rosengarten, sollte uns als Pausenfüller dienen, obwohl es diesen Ausdruck in keinster Weise  verdient hatte. So konnten wir ein paar wunderschöne Klettertouren mit Plasiercharakter machen und gleichzeitig blieb in der Höhe unsere Akklimatisation erhalten.

Nach dem zweiten Zahnarzt-Kontrolltermin ging es los Richtung Mont Blanc. In der Turiner Hütte angekommen, studierten wir unser Tourenbuch. Der Dent du Geant und der Rockfort-Grad waren zwei Touren mit dem gleichen Zustieg. Nach ca. 1,5h Gletscherzustieg zogen wir die Steigeisen aus und setzten den Weg über Geröll und Granitblöcke in ca. 35-40 Grad Gelände fort. Teilweise mussten wir auch klettern und am laufenden Seil sichern.  Nach zwei weiteren Stunden kamen wir am Einstieg des Dent du Giant an. Ein 200m steiler Granit-Turm, welcher vom ganzen Mont Blanc Gletscher quasi das Wahrzeichen (und den Blitzableiter) bildet. Nun hieß es Kletterausrüstung raus aus dem Rucksack. Die ersten beiden Seillängen sind mobil zu gehen. Dann kommen dicken Fixseile ins Spiel, an denen man sich Hochziehen kann. Mit Kletterschuhe wären die Fixseile nicht notwendig, dafür bräuchte man aber auch sehr warme Temperaturen, was man an einem 4000er selten hat. Leider ist man auf so einem Postkarten-Berg nie alleine und deshalb kamen wir Dank einer spanischen 3er-Seilschaft mit 1,5h Verspätung am Gipfel an. An den Ständen mussten wir öfters warten und konnten uns so mit den Bayern Flori und Jörg gut unterhalten. Nach dem Gipfelfoto haben wir unser Seil mit den Bayern zusammengebunden und konnten mit 60m auf dreimal abseilen. Danach gab es noch einen kurzen Abstecher auf den Rockfort-Grat, wo der Schnee aber aufgrund der warmen Temperaturen viel  zu durchfeuchtet war. Also ging es heimwärts zur Turiner Hütte zum Abendessen und auf einen guten Rotwein.

 

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